08.10. – 09.11.2018: Teamcenter-Schulung – Toolchain für das durchgängige Engineering

Die Produktentwicklung ist gekennzeichnet durch steigende Kundenanforderungen, wachsende Komplexität, erhöhte Interdisziplinarität und schnellere Entwicklungszyklen. Diesen Herausforderungen begegnet man mit geeigneten Engineeringansätzen und -methoden, die dabei helfen, die unterschiedlichen Bestandteile und Schnittstellen des Entwicklungsprozesses zu integrieren und allen Beteiligten konsistent zur Verfügung zu stellen. Ein wichtiges Vorgehensmodell dafür ist das modellbasierte Systems Engineering, eine Kombination aus der modellbasierten virtuellen Produktentwicklung (MVPE) und dem klassischen Systems Engineering. Die ursprüngliche Basis bildet das V-Modell nach VDI 2206.

Um interdisziplinäre Projektteams adäquat zu unterstützen, bietet die Siemens AG schon seit vielen Jahren unterschiedliche Werkzeuge für die domänengetriebene Produktentwicklung an. Um allerdings das Systems Engineering gezielt umsetzen und steuern zu können, sind Product Lifecycle Management Systeme (PLMS) wie beispielsweise Siemens Teamcenter notwendig. Solche Tools erlauben die ganzheitliche Abbildung der Produktentwicklung, vom Systementwurf über die domänenspezifische Entwicklung bis hin zur Systemintegration mit Eigenschaftsabsicherung.

Der Umgang mit solchen Tools und die Fähigkeit, sich in diesem komplexen Gesamtprozess zurechtzufinden, ist das erklärte Ziel des Hochschulpraktikums „Durchgängiges Engineering“, das der Lehrstuhl FAPS im Rahmen des FAPS-Praktikums anbietet. Um den Studentinnen und Studenten tiefe Einblicke und einen sicheren methodischen Umgang zu vermitteln, fand vom 8. Oktober 2018 bis zum 26. Oktober 2018 sowie in der Woche vom 5. November 2018 bis zum 9. November 2018 eine insgesamt vierwöchige Inhouse-Intensivschulung für die Software Siemens Teamcenter durch die Firma ConmatiX Engineering Solutions GmbH statt. Bestandteile dieser Schulung waren:

Installation- und Inbetriebnahme
Um zukünftig immer aktuelle Arbeitsumgebungen und die neuesten Funktionalitäten bieten zu können, wurden die designierten Systemadministratoren Florian Faltus und Jonathan Fuchs, in der Installation und Inbetriebnahme des Gesamtsystems geschult. Durch den Umfang der Software-Lösung und die damit verbundene Komplexität stellt die Installation und Wartung des Systems besondere Anforderungen an die Administration, da die einzelnen Module nicht getrennt voneinander betrachtet werden können. Das Management der Abhängigkeiten wird bei steigender Anzahl installierter Module exponentiell schwieriger, da Wechselwirkungen einzelner Systemkomponenten nicht ausgeschlossen werden können.

Administration und Modellierung
Der zweite Schulungsblock umfasste vor allem Themenkomplexe der Systemmodellierung und deren Abbildung in Teamcenter. Möchten Unternehmen die Vorteile eines PLM-Systems in Kombination mit dem modellbasierten Engineering nutzen, müssen sich die Beteiligten zunächst Gedanken über ihr individuelles Datenmodell machen. Ein solches Modell wurde während der Schulung exemplarisch für das Praktikum erstellt, um den Teilnehmern das generelle Vorgehen innerhalb des Rich Clients (RAC) von Teamcenter näher zu bringen.

Anwendung
Der letzte Schulungsblock beschäftigte sich insbesondere mit der Nutzung des sogenannten Active Workspaces (AWS) von Teamcenter, der einen webbasierten Zugang zu den Funktionen des PLM-Systems darstellt. Anders als der RAC, der nur noch für administrative Tätigkeiten genutzt werden soll, stellt der AWS eine nutzerorientiertere, stringentere Oberfläche zur Verfügung, die zusätzlich noch besser an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann.

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